Prof. Dr. KI

Dass eine KI Schach und GO auf Meisterniveau spielen kann, wissen wir inzwischen. Genauso kann sie Röntgenbilder zuverlässiger analysieren als Radiologen. Aber kann sie auch bisher unbekannte Lösungen zu Problemen bieten oder zu neuen praktischen Anwendungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen führen?

Seit dem 3. Juli muss man diese Frage bejahen. Der Blog Techxplore berichtet von einem Experiment im Lawrence Berkeley National Laboratory. Dort hat man einer KI mehr als 3 Millionen Dokumente über Materialwissenschaften vorgesetzt – und das Ergebnis hat selbst die Wissenschaftler überrascht. Die KI hat nicht nur Materialwissenschaft „gelernt“, sondern bisher unbekannte thermoelektrische Materialien vorgeschlagen. Bei einer Prüfung haben sich die Vorschläge als sinnvoll herausgestellt.

Zum Test hat man die KI nur mit alten Veröffentlichungen gefüttert, worauf sie Voraussagen für Material gemacht hat, dass Menschen dann später tatsächlich entdeckt haben. Die KI war den Menschen also ein paar Jahre voraus.

Sehr spannend und tatsächlich ein positiver Ausblick. Die Ressourcen unserer Erde sind begrenzt, manche Rohstoffe werden unter Bedingungen gewonnen, die die Natur erheblich schädigen oder menschenunwürdig sind. Von daher ist es wirklich hervorragend, wenn wir durch die Unterstützung durch KIs zu neuen Materialien kommen, die die Umwelt weniger schädigen, die ungefährlicher für Menschen sind, die … einfach besser sind.

Und Materialwissenschaft ist ja nur ein wissenschaftlicher Zweig unter vielen. In anderen Bereichen dürften KIs genauso ergiebig sein und uns wissenschaftliche Erkenntnisse vorschlagen, die wir sonst erst in ein paar Jahren entdecken würden. Brauchen können wir’s. An Problemen mangelt es auf unserem Planeten nicht, und oft sind sie so komplex, dass selbst die besten Köpfe den Überblick verlieren. Da können wir für jede Unterstützung dankbar sein, ob sie nun aus natürlicher Intelligenz oder künstlicher kommt.